Die Anatomie des Pferdes

Das Exterieur

Das Pferd ist ein Säugetier, ein Einhufer ein Zehengänger, ein Vierbeiner und Pflanzenfresser, ein Herdentier. Eigentlich ist der Körperbau und die Eigenschaft das es ein Zehengänger ist nicht zum schnellen Laufen geeignet. Erst Recht nicht, wenn auch noch ein Reiter oben auf sitzt. Wir verdanken dem lieben und guten Willen des Pferdes, das wir es als Reit- Fahr- Freizeit- Dressur- und… und… und… Pferd nutzen können. Das Exterieur beschreibt das äußere Erscheinungsbild eines Pferdes. Den Körperbau bezeichnet man als Gebäude an den man ein gut gebautes Pferd erkennen kann. Das Pferd steht im Gleichgewicht, wenn Kruppe und Widerrist gleich hoch sind. Die Wirbelsäule des Pferdes ist steif und erleichtert so das Tragen von schweren Körpern und Lasten. Durch die Steifheit der Wirbelsäule kann ein Pferd nur kurze Strecken galoppieren und überspringt Hindernisse nur, wenn sich kein anderer Ausweg bietet. Die Hinterhand ist ausschlaggebend für die Geschwindigkeit des Pferdes, da es von hier die Kraft dazu holt. Die Vorderbeine müssen den Aufprall bei jedem Schritt und Sprung abfedern. Um die Wucht des Gewichts abzufedern, sitzen die Beine ohne Schlüsselbein mit Muskeln und Sehnen direkt am Rumpf. Sie wirken wie Stoßdämpfer und federn einen Großteil der Erschütterungen beim Laufen ab. Zwischen Brustkorb und Becken wird das Gewebe von Wirbeln gehalten. Diese Partie ist daher nicht sehr belastbar.

Der Pferdekörper besteht aus: Mähnenkamm, Genick, Stirn, Augen, Nüstern, Unterkiefer, Backenknochen, Ganaschen, Drosselvene, Hals, Schultergelenk, Brust, Unterarm, Vorderfußwurzelgelenk, Röhre, Fesselgelenk, Fessel. Huf, Ballen, Kronrand, Kötenbehang, Kastanie, Ellbogen, Widerrist, Rücken, Nierenpartie, Gurttiefe, Hinterhand, Schweifrübe, Schweif, Hinterbacke, Oberschenkel, Hose, Sprunggelenk, Röhrbein.

 

Das Skelett

besteht bei einem Pferd aus 215 einzelnen Knochen. Davon sind rund 10%, hauptsächlich im Bereich des Schädels, miteinander verwachsen. Der Rest ist gelenkig verbunden. Die Anbindung zu den Muskeln erfolgt über Sehnen, und Bänder stabilisieren die Gelenke. Der überwiegende Teil der Knochensubstanz ist sehr gut durchblutet und das Knochenmark bildet Blutbestandteile. 

Unterteilt wird das Gebäude eines Pferdes in Schädel, Stammskelett, Rippen und Gliedmaßen. Beim Schädel ist dem zum Oberschädel gehörenden Nasenbein besondere Beachtung zu schenken. Wie auf der Zeichnung zu erkennen ist, handelt es sich hier um einen langen und schmalen Knochen, welcher gerade bei falscher Zäumung sehr schnell Schmerzen verursachen oder auch Schaden nehmen kann. Reiter sollten zudem einen Blick auf die Wirbelsäule werfen, da hier das eigentliche Gewicht, also der Reiter, getragen wird. Sieben Halswirbel, 18 Brustwirbel, sechs Lendenwirbel, zwischen drei und fünf Kreuzwirbel und dazu 15 bis 21 Schweifwirbel bilden diese Konstruktion. Die Halswirbelsäule ist in alle Richtungen sehr gut beweglich. Nahezu unbeweglich ist dagegen die Brustwirbelsäule, an deren 18 einzelnen Wirbeln jeweils links und rechts eine Rippe angesetzt ist. Die ersten acht Rippenpaare sind mit dem Brustbein verwachsen, die folgenden zehn Atmungsrippen verfügen über eine sehr elastische Knorpelverbindung, um die Atembewegungen zu ermöglichen. Die Lendenwirbelsäule verfügt über noch geringeren Bewegungsspielraum als die Brustwirbelsäule. Die anschließenden Kreuzwirbel sind fest verwachsen und bilden das Kreuzbein. Frei beweglich sind dann wieder die hinter dem Kreuzbein liegenden Schweifwirbel. Ab dem zweiten Halsgelenk sind alle Wirbel mit Bandscheiben, einem knorpeligem Bindegewebe, untereinander verbunden. Mit Bändern entlang der Wirbelsäule wird diese zusammengehalten. Das lange Nackenband verläuft hier vom Hinterhaupt aus über alle Dornfortsätze der Wirbel bis zum Widerrist, wo es in das doppelte Nackenband überläuft. Allein dieses Band ermöglicht es einem Pferd, seinen schweren Körper ohne Kraftaufwand zu tragen, was man unter anderem beobachten kann, wenn ein Pferd im Stehen schläft, wobei das Nackenband den Kopf hält. Senkt das Pferd seinen Kopf und spannt damit das Nackenband durch verkürzen an, erhöht es mit diesem Verhalten die Tragfähigkeit der Wirbelsäule. Im Zusammenspiel mit einer Vielzahl kurzer Bänder zwischen den Wirbeln ergibt sich eine geniale Konstruktion, bei der die vorderen und hinteren Gliedmaßen als Stützen dienen und dem Pferd erheblich höhere Traglasten als vergleichbaren Wirbeltieren ermöglicht. Schulterblatt, Oberarm, Ellbogen, die Vordermittelfußknochen, Fesselbein, Kronbein, Hufbein und das Strahlbein bilden das Vorderbein. Die einzelnen Knochen werden mittels Schulter-, Ellbogen-, Vorderfußwurzel-, Fessel-, Kron- und Hufgelenk beweglich verbunden. Die Vorderbeine lassen sich mit den Armen bei Menschen vergleichen, allerdings fehlt Pferden das Schlüsselbein, wodurch die Vorderhand beweglich mit dem Stammskelett verbunden ist. Die Hinterbeine bestehen aus dem Oberschenkelbein, Schien- und Wadenbein sowie dem hinteren Mittelfußknochen, danach folgende Knochen entsprechend der Vorderhand. Als Gelenke finden sich das Hüftgelenk, Knie- und Sprunggelenk, gefolgt von den gleichen Gelenken wie bei der Vorderhand. Auf den Menschen bezogen, entsprechen die Knochen und Gelenke unterhalb des Beckens den Beinen. Das Becken setzt sich aus Darmbein, Hüfthöcker, Sitzbeinhöcker und Schambein zusammen und stellt eine feste Verbindung der Hinterhand mit dem Stammskelett her. Die Hufe entstanden im Laufe der Evolution aus anfänglich vier Zehen, von welchen heutzutage nur noch die Mittelzehe erhalten ist. Die zurückgebildeten Außenzehen kann man noch in den Griffelbeinen am Mittelfußknochen erkennen. Aufgrund der Hufe ordnet man Pferde korrekt in die Familie der Säugetiere, Ordnung der Huftiere mit Unterordnung Unpaarhufer ein. Bei Unpaarhufern handelt es sich um alle vierbeinigen Tiere, bei denen lediglich eine vom Huf umfasste Mittelzehe den Boden berührt.

 

Der Muskelaufbau des Pferdes

Bei Pferden lassen sich rund 260 paarige und unpaarige Muskeln unterscheiden. Paarige Muskeln besitzen den größten Anteil. Je nach ihrer Funktion wirken sie als Beuger, Dreher, Aus- und Einwertszieher, Schließer oder Spanner auf die Knochen des Skeletts Ein Teil der Muskeln umschließen Körperhöhlen oder trennen diese voneinander ab, wie z.B. die Zwischenrippenmuskeln oder das Zwerchfell. Muskeln sitzen nicht direkt an den einzelnen Knochen an, die Verbindung erfolgt über Sehnen. Einzig die Muskulatur der Haut verfügt über keine direkte Anbindung zum Skelett. Etwa 45% des Körpergewichts bei einem ausgewachsenen Pferd besteht aus Muskeln. Diese erzeugen durch ihre Arbeit bis zu 75% der Körperwärme.

 

Das Atmungssystem

dient der kontinuierlichen Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und dem Abtransport des beim Gasaustausch in der Lunge anfallenden Kohlendioxids. Zum Atmungssystem zählen die Nasenhöhlen, der Nasenrachen, Kehlkopf, Luftröhre und die Lunge. Die Nasenhöhlen beginnen mit den Nüstern, die durch Hautüberzogenes Knorpelgewebe zu einem Spalt verengt sind. Auffällig in den Nasenhöhlen ist ein etwa fingerlanger, allem Anschein nach funktionsloser Gewebeschlauch im oberen Bereich. Die Nasenhöhlen erreichen eine Länge von rund 35cm, ihre Innenwandungen sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet und räumlich durch verschiedene Muschelbildungen im Nasengrund ausgestaltet. An der Nasenscheidewand treffen sich die drei Nasengänge: Oben liegt der Riechgang mit der Verbindung zum Siebbeinlabyrinth, in der Mitte geht der Sinusgang seitlich in die große und kleine Kieferhöhle, und am unteren Ende findet sich der weite Atmungsgang mit der direkten Verbindung zur Rachenhöhle. Die Kieferhöhlen sind recht häufig von Infektionen betroffen, die oft von einer durchgebrochenen Zahnwurzelentzündung hervorgerufen werden. Der Kehlkopf wird aus einem Knorpelgerüst gebildet und besteht vorne aus dem Kehldeckel, dem Schildknorpel an den Seiten und unten, einem Ringknorpel hinten sowie den Stellknorpeln, an denen die Stimmbänder anliegen, auf der Oberseite. Diese Konstruktion wird über eine ganze Reihe Muskeln und Bänder stabilisiert. Die Luftröhre erreicht eine Länge von knapp einem Meter und führt als Schleimhautausgekleidete Röhre mit einem Durchmesser von etwa 8cm vom Kehlkopf durch den Hals und Brusteingang bis zur Gabelung in die zwei Stammbronchien. Die Lunge besteht aus den zwei Lungenflügeln, die mittels eines Einschnitts in jeweils einen kleinen Vorderlappen und großen Hinterlappen aufgeteilt sind, ein Anhangslappen findet sich an der Unterseite der rechten Lunge. Die Lunge erstreckt sich von der ersten bis hin zur 17. Rippe, ihre Verbindung zu den Rippenbögen erfolgt über das Lungenfell nur durch Adhäsionskräfte. Die ankommenden Stammbronchien verzweigen sich über den Bronchialbaum und die Bronchialen immer feiner und münden am Ende in den Alveolen, den Lungenbläschen. Hier findet der Gasaustausch mit dem Blutkreislauf statt.

 

Die Zähne des Pferdes

Das Gebiss des Pferdes besteht aus: Oberkiefer mit oberen Backenzähnen, Zahnwurzeln, oberen Eckzähnen, oberen Schneidezähnen, Zahnkronen, Unterkiefer, mit unteren Backenzähnen, Zahnwurzeln, unteren Eckzähnen, unteren Schneidezähnen, Zahnkronen. Das Pferd benutzt die Schneidezähne zum abtrennen von Grashalmen. Die Backenzähne, die besonders groß und stark sind, dienen als Mahlzähne. Die Eckzähne werden von den heutigen domestizierten Pferden nicht mehr dringend benötigt. Im Verhältnis zum Menschen haben Pferde zu ihrer Körpergröße größere und auch stärkere Zähne. Ihr Futter in freier Wildbahn, aber auch in der Haltung erfordert ein sehr hartes Gebiss. Bei den heutigen domestizierten Pferden bedarf es allerdings der Zahnpflege, damit das gründliche Kauen des Futters und das gesunde Maul gewährleiste bleibt. Die hauptsächlichen Gründe dass ein Pferd den Kopf schüttelt, liegt wohl daran, dass es bei Benutzung von Trensen auf die vorhandenen Entzündungen im Maul drückt. Die Zähne des Pferdes sind schräg geschliffen, die Ursache hierfür liegt darin, das der Oberkiefer breiter, als der Unterkiefer ist und durch die Kaubewegung beim Fressen die Zähne diesen schrägen schliff brauchen. Die äußeren und die oberen Kanten, sowie die inneren Kanten der unteren Zähne werden zum Zermahlen des Futters eingesetzt. Wenn ein Zahn gezogen wurde, oder verloren ging dann fehlt dem gegenüberliegenden Zahn der Gegendruck, der für Abnutzung sorgt. Dieser muss dann regelmäßig von einem Tierarzt gekürzt werden, um das Kauen des Pferdes nicht zu beeinträchtigen.

 

Der Pferdehuf 

hat eine sehr komplexe Struktur und reagiert empfindlich auf Überlastung und Druck. Er ist mit Blutgefäßen und Nervenzellen versorgt. Von außen und von unten wird der Huf durch Horn geschützt. Im innern des Hufs sind harte Hornstrukturen durch Haut- und Gewebeschichten mit dem empfindlichen Teilen verbunden die den Knochen des Fußes umgeben. Wird der Pferdefuß belastet wird er flacher und verformt sich dabei. Die Gewebeteile und Blutgefäße werden so zwischen Horn und Knochen gequetscht. Hufstrahl und Hufpolster sorgen in der Hauptsache dafür, dass die Erschütterung gedämpft wird, die auf den Fuß einwirken. Das Hufhorn des Pferdes wächst ständig, läuft sich aber teilweise ab. Den Rest muss der Hufschmied versorgen. Beschläge der Hufe verhindern die Erkrankung der Füße, was wiederum den Nachteil hat, das sich das Horn nicht ausreichend ablaufen lässt und der Schmied überschüssiges Horn entfernen muss. Die Dauer der kompletten Erneuerung eines Hufes beträgt etwa 6 Monate. Durch Futtermittelzusätze, wie Biotin und anderen Mitteln lässt sich die Beschaffenheit des Horns verbessern.

 

 

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