Das Polospiel

Einführung

Polo ist ein Ballspiel, das ähnlich wie Hockey gespielt wird, allerdings mit nur 4 Spielern auf jeder Seite. Es geht darum möglichst viele Tore zu schießen. Polo ist das schnellste Mannschaftsspiel der Welt und daher selbst auf Anfängerstufe aufregend.

 

Der Einstieg

Zunächst heißt es, genügend Mitspieler für dieses Mannschaftsspiel zu finden. Die nötigen Kontakte knüpft man am besten über seinen Reitverein. Hier erfährt man auch, wo eine Poloaubildung angeboten wird. Poloponys sind meist Vollblutmischungen, doch man kann jedem wendigen Sportpferd die Grundbegriffe beibringen. Das Tier muss allerdings ruhig und ausgeglichen sein, ein nervöses Pferd ist der Hektik auf dem Spielfeld nicht gewachsen. Ein Polospiel ist in Spielabschnitte von normalerweise sieben Minuten Dauer unterteilt (so genannte Chukkas). Gewöhnlich werden vier Chukkas gespielt. Die Spieler wechseln zwischen durch ihr Pferd, meist nach 2 Abschnitten. Für ein Polomatch mit 4 Chukkas bringen Profispieler mindestens 2 Pferde mit und halten meist sogar ein drittes Pferd in Reserve. Für Anfänger gehen die Spiele gewöhnlich nur über drei Chukkas. So hat man mit nur einem Pferd auch eine Chance. Am Anfang ist das Spiel noch nicht so schnell, so dass ein Pferd problemlos drei Spielabschnitte bewältigen kann.

Die Ausrüstung

Die einzige Spezialausrüstung, die man am Anfang benötigt, ist ein Poloschläger. Ein Polohelm ist zwar sehr empfehlenswert, doch für den Anfang genügt eine gewöhnliche Reitkappe. Das Pferd muss zum Schutz Bandagen oder Gamaschen an allen vier Beinen tragen und möglichst auch mit Sprungglocken. Ein Martingal ist ebenfalls sehr nützlich. Unter Umständen benötigt man auch ein Vorderzeug, damit der Sattel nicht nach hinten rutscht. Schweifbandagen und Stollen sind für den Anfang noch nicht erforderlich.

 

Die vier Schläge

Bei Polo gibt es vier Grundschläge. Nach der Zielrichtung des Balls unterscheidet man zwischen Vorwärtsschlägen und Rückwärtsschlägen. Beide Formen lassen sich sowohl auf der rechten Seite (Schlägerseite) als auch auf der linken Seite (über den Hals geschlagen) ausführen

Üben zu Hause

Es empfiehlt sich, die Schläge zunächst ohne Pferd zu üben, um ein Gefühl für den Poloschläger zu entwickeln. Natürlich braucht man jemanden, der einem zeigt, wie man den Schläger hält und schwingt.  Es gibt eine Grundübung, mit der man immer beginnen sollte. Sie dient dazu, ein Gefühl für den Schläger zu bekommen, und hilft, die Schlägerarmmuskulatur zu kräftigen. Man steht dabei auf dem Boden und hält den Schläger locker am Griffende, während der Schlägerschaft gegen die Schulter gelehnt wird, das breite Schlagende nach hinten weisend. Anschließend den Schläger senkrecht stellen und den Arm in einer Linie mit dem Schläger gerade nach vorne durchstrecken. Kurz in dieser Position verweilen und dann den Arm anwinkeln und den Schläger am Körper vorbei nach hinten führen. Der Schläger bleibt dabei stets in der Vertikalen. Diese Übung einige Male wiederholen (aber nicht so oft, dass der Arm wehtut). Wer sich an den Schläger gewöhnt hat, übt auf einer Kiste oder einem Stuhl den einfachsten Schlag, den Vorwärtschlag auf der rechten Seite.

Der Vorwärtsschlag rechts

Jeder Anfänger beginnt mit diesem Schlag. Man stellt sich dazu auf eine Kiste oder einen Schemel und stellt sich vor, man säße auf einem Pferd. Die Füße ein wenig auseinander stellen und etwas in die Knie gehen, während man die „Zügel“, ein am Stuhl befestigtes Seil, in die Linke Hand nimmt. Den Schläger in der rechten Hand halten. Während des Schlagens mit den Augen dem Schläger folgen, als währe bereits ein Ball im Spiel.

 

Den Schläger auf die rechte Schulter schwingen. In dieser Haltung ruht der Schläger immer, wenn man gerade nicht schlägt
Dann den Oberkörper nach rechts drehen (die Beine bleiben unverändert) und gleichzeitig den rechten Arm nach hinten strecken
Bei ausgestrecktem Arm den Schläger in einem Bogen zum Boden vor die Füße führen, wo im Spiel der Ball läge
Den Schwung ausnutzen und den Schläger bei gestrecktem Arm zu einem kräftigen Schlag nach vorn durchziehen
Nach etwas Übung kann man jemanden bitten, einen Ball ins Spiel zu bringen, natürlich nur im Freien. Zuerst lässt man sich den Ball direkt vor die Füße legen. Wer den Ball in dieser Position gut trifft, kann es mit einem rollenden Ball versuchen.

Der „Polositz“ ist sehr locker, denn der Reiter muss sich in jede Richtung bewegen können. Der Reiter unten im Bild hat sich weit nach links gedreht, um den Ball von der Linken Seite aus nach vorne zu schlagen. Für Polo benötigt man vor allem ein gutes Gleichgewichtsgefühl. Reiterspiele Wie Stangenslalom und ähnliches sind eine ausgezeichnete Vorübung. Der Poloschläger wird immer nur in der rechten Hand gehalten, die Zügel in der linken. Die Schenkelhilfen sollten fast wie von selbst erfolgen, zum nachdenken bleibt bei einem so schnellem Spiel keine Zeit.

Der Rückwärtsschlag rechts

Nach dem Vorwärtsschlag rechts ist dies der zweit häufigste Schlag im Spiel. Die rechte Schulter zeigt zum Ball hin, der rechte Arm ist angewinkelt, und der Schläger ragt schräg über den Kopf
den Ellebogen senken und gleichzeitig den Arm strecken, so dass Arm, Hand und Schläger eine gerade Linie bilden. Der Kopf ist gesenkt und der Blick auf den Ball gerichtet, während man schlägt
Mit gestrecktem Arm den Schläger nach hinten durch schwingen. Oberkörper mitdrehen und den Ball mit den Augen verfolgen.  Zunächst mit einem auf dem Boden liegenden Ball üben, später lässt man sich ihn zuwerfen
Training fürs Pferd

Polo stellt das Pferd vor zwei neuartige Erfahrungen: Einen Poloschläger wirbelt neben seinem Kopf herum, und ein weißer Ball fliegt umher und trifft es sogar, manchmal. Daher sollte man das Pferd anfangs behutsam mit Schläger und Ball vertraut machen, damit es nicht für immer verschreckt wird.

An den Schläger gewöhnen

Man zeigt dem Pferd den Schläger und lässt es daran schnuppern.  Mit dem breiten Schlagende vorsichtig über Nase, Kopf und Hals streichen.

Als nächstes reibt man das Pferd am ganzen Körper damit ab, einschließlich Flanke, Bauch und Beinen. Zeigt es sich ängstlich, sofort aufhören und ganz ruhig von neuem beginnen. In diesem Stadium kann man einen Schläger so in seine Box oder seinen Unterstand hängen, dass es ihn jedes Mal berühren muss, wenn es an Futtertrog oder Tränke will. Der zweite schritt wird vom Sattel aus vollzogen, die Beine des Pferdes werden dazu bandagiert. Man lässt sich den Schläger reichen, wartet einen Moment und schwingt ihn dann locker auf der rechten Seite hin und her, ohne dass er dem Kopf des Pferdes zu nahe kommt.

In diesem frühen Stadium darf der Schläger weder Kopf noch Beine berühren, Ruhe und Geduld sind unabdingbar. Dann den Schläger vorsichtig in die Ruhestellung bringen (der Schaft ruht auf der rechten Schulter) und die Übung auf der linken Seite wiederholen. Danach den Schläger wieder gegen die Schulter gelehnt ruhen lassen und ihn dann erneut hin- und herschwingen. Das sollte für die erste Lektion genügen. Nimmt das Pferd den Schläger gelassen hin, kann man ihn noch vorsichtig vor seinem Kopf hin – und Herschwingen. In einem späteren Stadium geschieht dies auch unter dem Hals und um die Kruppe herum.

Mit dem Ball vertraut

Der Ball wird ähnlich wie der Schläger vorgeführt. Man zeigt ihn dem Pferd, reibt es damit ab und lässt in vom Widerrist und von der Kruppe rollen. Dann rollt man ihn auf seine Füße zu und wirft ihn schließlich vorsichtig auf das Pferd, sofern es bis dahin keine Angst gezeigt hat. Mann kann auch einen Poloball in seinen Futtertrog legen, so dass es ihn beim Fressen wegstupsen muss. Fehlt ein echter Poloball, muss ein Weißer Plastik- oder Tennisball genügen. Sie riechen aber anders und sind daher nur ein Notbehelf.

Mit Schläger und Ball

Sobald sich das Pferd an Schläger und Ball gewöhnt hat, kann man mit den ersten „Schießübungen“ zu Pferd beginnen. Man bedenke aber, dass die Übung für das Pferd genau so neu ist wie für sie selbst. Es merkt sich alles. Jeder Fehler, den es jetzt lernt,  ist später nur schwer wieder auszumerzen. Es brauch deshalb viel Ruhe und Geduld, damit das Pferd Polospielen auch als angenehm empfindet. Niemals das Pferd mit den Zügeln umher reißen. Sicher verliert man leicht die Geduld, wenn man öfter den Ball verfehlt, aber man sollte nicht das Pferd für die Fehler des Reiters büßen lassen. In diesem Anfangsstadium werden mehrere Bälle benötigt (mindestens 5) wenn man alleine trainiert. Man legt sie in einer geraden Linie im Abstand von mindestens neun Metern auf den Boden. Zunächst das Pferd im Schritt, Trab und Galopp auf der Wiese abreiten und dabei den Schläger an seiner Seite hin- und herschwingen. Dann geht es mit schwingendem Schläger an der Ballreihe vorbei, ohne jedoch einen Schlag zu versuchen. Klappt dies alles gut (man darf nie vergessen, dass das Pferd genauso lernen muss wie man selbst), kehrt man an die Ballreihe zurück und versucht im Schritt jeden Ball nach vorne weg zuschlagen.

Zum Ball hin wenden

Zu dieser Übung reitet man in einer geraden Linie knapp zwei Meter links an den Bällen Vorbei. Vor jedem Ball das Pferd durch einhändige Zügelführung und Druck den Linken Schenkels zum Ball hindrehen. Man darf das Pferd nie im letzten Moment vom Ball wegziehen, da es sonnst glaubt, sich jedes Mal vom Ball entfernen zu müssen, wenn man danach zieht. Das klingt zwar einleuchtend, und doch tritt dieser Fehler häufig auf. Wer einen Ball verfehlt, nimmt sich den nächsten vor. Niemals das Pferd abwenden und zu einem zweiten Versuch ansetzten, auch das führt zu schlechten Angewohnheiten. Wer keinen Ball in der Reihe getroffen hat, macht einfach noch ein paar Schritte geradeaus, wendet und beginnt von vorne. 

Übergang zum Galopp

Das Spiel mit Schläger und Ball macht dem Pferd Spaß. Es lernt, den Ball zu beobachten, wie er nach vorne wegfliegt, und ihm dann nachzujagen. Ein gelungener Schlag ist eine große Genugtuung, dazu bedarf es allerdings bereits einiger Übung. Sobald man im Schritt mehr Bälle trifft als verfehlt, sollte man die Übung im Galopp versuchen. Das ist wesentlich schwieriger, zumal das Pferd einen ruhigen Arbeitsgalopp einhalten muss. Man galoppiert erst ein paar Runden über die Wiese und zielt dabei mit dem Schläger nach Grasbüscheln. Dann auf einen Ball zureiten und versuchen, ihn zu treffen. Verfehlt man ihn, versucht man sein Glück mit einem zweiten Ball. Zu Beginn können gar nicht genug Bälle bereitliegen. In diesem Anfangsstadium sollte man versuchen, den Ball möglichst gerade zu treffen. Sobald man ihn sicher geradeaus schlagen kann, probiert man es nach rechts und nach links. Wer die Vorwärts- und Rückwärtsschläge auf beide Seiten gut beherrscht, ohne das Pferd zu treffen, ist reif für einen ersten Spielversuch.

 

 

 

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