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Ist die Rede von Westernreiten, denkt man unwillkürlich an die amerikanischen Cowboys. Sie waren es, die diese Art des Reitens entwickelt haben, das sie manchmal tagelang im Sattel saßen, um die Viehherden durch die weiten Ebenen des Westens zu treiben. Ein  Westernreiter arbeitet mit geringem Zügelkontakt und minimalen Hilfengebung. 

Die Geschichte

Vor über 400 Jahren kam mit den Spaniern auch deren Reitweise nach Amerika. Indem die traditionelle Reitweise an die neuen Bedingungen angepasst wurde, entstand das Westernreiten. Heute gibt es auf der ganzen Welt Westernreiter. Viele Pferde werden nach Westernart ausgebildet, ohne in ihrem Leben auch nur ein einziges Mal mit Rindern arbeiten zu müssen. Sie werden auf Westernshows gezeigt oder zu Distanzritten oder auch einfach nur zum Freizeitreiten eingesetzt. Wie ein Dressurpferd muss auch ein Westernpferd kräftig, intelligent und willig sein. Es darf dabei aber nicht zu groß sein (155cm sind in etwa die Obergrenze) da es sonst für die scharfen Wendungen nicht beweglich genug ist. Eine der bekanntesten  Westernzüchtungen ist das amerikanische Quarter Horse. Das Ergebnis der langen Ausbildung ist ein Pferd das tiefes Vertrauen zu seinem Reiter gefasst hat. Die Ausbildung zum Westernpferd dauert lange, wobei das Pferd gut auf die Hinterhand gesetzt werden muss.

Sattel und Zaumzeug

Westernsattel und Westernzaumzeug gibt es sowohl einfach als auch, für Paraden und Shows, auffällig verziert. Der Sattel ist robust und bequem. Das Zäumzeug einfach und schnell zu reparieren. Der Westernsattel ist zwar sehr schwer, aber so gebaut, dass er das Gewicht des Reiters über den über den Rücken des Pferdes verteilt. Unter den Sattel werden als Polsterung Decken und Kissen gelegt, die den Rücken des Pferdes schonen. Der Sattel ist extrem robust. Die Cowboys auf der Ranch müssen ja häufig einzelne Tiere aus der Herde heraus fangen. Das machen sie mit Hilfe ihres Lassos, das sie am Sattelknauf  festbinden. Der Sattel muss also so stabil sein, dass er diese zusätzliche Belastung aushält. Die Hackamore, auch Bosal genannt, ist eine Zäumung ohne Gebiss. Der Druck erfolgt hier nicht auf das Maul des Pferdes, sondern auf eine empfindliche Stelle der Nase. Die Zügel sind normalerweise aus Haarseilen gefertigt und direkt mit dem geflochtenen Rohleder – Nasenreimen, dem Bosal, verbunden.

Westernzügel sind bis zu 2m lang Sie sind entweder zusammen gebunden oder lose. Lose Zügel bestehen aus zwei einzelnen Lederriemen, die an den Enden nicht miteinander verknüpft sind. Verbundene Zügel haben am Ende noch ein Lederstück, das Romal, das als Gerte verwendet werden kann.

Westernsattel und Westernzaumzeug erfordert eine etwas andere Methode der Handhabung. Die Grundregeln bleiben aber dieselben: Das Sattelzeug muss bequem und korrekt sitzen, da sich das Pferd darin Wohlfühlen soll.

Das Aufzäumen

Je nach verwendeter Trensenart wird man sich daran gewöhnen müssen, nun auf einmal beim Aufzäumen kein Gebiss und vielleicht auch keinen Stirnriemen mehr in der Hand zu haben.

Das Bosal (Hackamore) lässt sich im Prinzip wie ein Halfter anlegen. Beim Nasenriemen muss man jedoch aufpassen, da er recht schwer und steif ist. Sitzt er zu hoch, hat er keine Wirkung, sitzt er zu tief, beeinträchtigt er die Atmung des Pferdes. Das Bosal gibt es entweder mit Stirnriemen oder mit einem Ohrloch im Genickstück, durch die das rechte Ohr gezogen wird.

Der Paradezaum: Man stellt sich links neben den Kopf des Pferdes, nimmt das Halfter herunter und schließt es um den Hals, damit das Pferd nicht entwischen kann. Sind die Zügel miteinander verbunden, zieht man sie über den Pferdekopf. Sind sie hingegen lose, legt man sie dem Pferd über den Hals oder bindet sie zusammen und streift sie dann über den Kopf. Jetzt fährt man mit der rechten Hand zwischen die Ohren des Pferdes und hält das Kopfstück fest. Mit der linken Hand fasst man das Gebiss und schiebt es dem Pferd vorsichtig ins Maul. Nun schiebt man vorsichtig die Ohren des Pferdes unter dem Kopfstück durch, zieht den Stirnschopf heraus und schnallt und schnallt den Kehlriemen locker zu. Ein faustgroßer Abstand sollte jedoch zwischen Riemen und Kehle Platz sein. Reitet man mit einer Westernkandare, hat diese entweder einen Lederriemen oder eine Kinnkette zum Schließen. Ein Lederriemen wird beim Einschieben des Gebisses über das Kinn gezogen. Eine Kette hingegen bleibt offen und wird erst geschlossen, wenn das Zaumzeug korrekt sitzt. Die Kette darf aber nicht verdreht sein, vor dem Einhaken müssen alle Kettenglieder flach liegen. Sowohl der Lederriemen als auch die Kinnkette müssen so locker sitzen, dass sie erst beim anziehen der Zügel mit der Kinngrube in Berührung kommen. Vor dem Abzäumen ist unbedingt die Kinnkette oder der Lederriemen zu öffnen.

Aufsatteln

  

1.    Man stellt sich auf die linke Seite des Pferdes und legt die Satteldecke und/oder das Sattelpolster auf den Widerrist. Dann zieht man sie mit dem Strich der Fellhaare in die korrekte Position zurück, damit die Haare darunter flach liegen

2.    Mit der linken Hand unter dem Vorderzwiesel und der rechten am Hinterzwiesel den Sattel fassen, wobei die Steigbügel und der Sattelgurt über den Sitz geschlagen sind, und vorsichtig auf den Rücken legen.
  
3.    Jetzt fasst man den Sattel am Horn und schüttelt ihn ein wenig, so dass er in die richtige Position  fällt. Die Decke zieht man gut in die Kammer hinein, damit Luft an den Pferderücken gelangt.4.    Der Sattelgurt darf nicht verdreht sein, wenn man den Lederriemen (Latigo) durch den Gurtring zieht und ihn zuschnallt.

 

Aufsitzen

 1.    Von der linken Seite stützt man die linke Hand mit den Zügeln auf dem Pferdehals und die rechte auf dem Sattel auf und steigt links in den Bügel
 2.    Mit der rechten Hand hält man sich am Sattelknauf fest und stößt sich mit dem rechten Bein vom Boden ab. Das linke Knie ruht am Sattel
 3.    Jetzt schwingt man das rechte Bein vorsichtig über die Kruppe des Pferdes zur anderen Seite und lässt sich sanft in den Sattel gleiten.

 Der Sitz

 
Wie beim englischen Sitz sollten auch beim Westernsitz Schulter, Hüfte und Absatz auf einer Senkrechten liegen. Der Sitz ist aufrecht, aber gleichzeitig entspannt Die Bewegung des Pferdes wird von Knie- und Knöchelgelenk aufgefangen.

 

Absteigen

 

 1.    Die linke Hand mit den Zügeln stützt man am Hals ab und die rechte am Vorderzwiesel. Dabei nimmt man den rechten Fuß aus dem Steigbügel.
 2.    Jetzt schwingt man das rechte Bein über den Sattel. Der linke Fuß bleibt aber dabei im Steigbügel, um das Körpergewicht zu tragen.
 3.    Erst wenn der rechte Fuß den Boden berührt, kann man den linken Fuß aus dem Bügel nehmen

Die Handhaltung

Der Anfänger fasst die Zügel am besten wie beim klassischen englischen Stil in beide Hände. Auf diese Weise sitzt er aufrecht, mit geraden Schultern und geradem Rücken. Auch junge Westernpferde werden mit beidhändiger Zügelführung ausgebildet. Ein erfahrener Westernreiter hält die Zügel nur noch in einer hand, um die andere für Arbeiten wie das Lassowerfen frei zu haben. Auch bei Westernshows wird einhändig geritten, ohne die Zügel von einer Hand in die andere zu wechseln. Ein Rechtshänder hält die Zügel in der rechten, ein Linkshänder in der linken Hand.

Die Zügelführung

Die Zügelhand steht entweder knapp über dem Horn oder in gleicher Höhe ein wenig davor. Beim einhändigen Reiten muss man gut aufpassen, dass man nicht die Schulter des Zügelarms nach vorne zieht, das verdreht die gesamte Körperhaltung. Miteinader Verbundene Zügel (Romal) laufen beim Einhändigen Reiten von unten durch die Zügelhand über den Zeigefinger und werden mit dem Daumen festgehalten. Das Romal das Gertenähnlich geflochtene Lederstück am Zügelende, hält man mit der zweiten Hand auf dem Oberschenkel fest. Lose Zügel lassen sich auf zweierlei Arten halten: entweder laufen sie ebenfalls von unten durch die Hand, wobei die Zügelenden über die Schulter des Pferdes fallen, oder man lässt sie von oben durch die Hand gleiten. In diesem Fall kann der Reiter je nach Belieben den Zeigefinger zwischen die Zügel schieben. Der Daumen liegt jedoch immer oben auf den Zügeln, da er als Bremse wirkt und dafür sorgt, dass die Zügel nicht durch die Hand rutschen. Wichtig ist, dass der freie Arm ruhig gehalten wird.

Zügelhaltung

  
1.    Verbundene Zügel mit Romal: Die Zügel laufen von unten durch die Hand über den Zeigefinger und werden mit dem Daumen von oben festgehalten. Das Romal hält man mit der auf dem Oberschenkel ruhenden anderen Hand fest.

2.    Lose Zügel: Eine Möglichkeit ist, die Zügel von oben durch die Hand durchlaufen zu lassen.

Die Gänge

Der Westernstil ermöglicht es Reiter und Pferd, auch lange, anstrengende Strecken bequem und kräftesparend zurückzulegen.

Langsamere Gänge

Westerngangarten unterscheiden sich vom klassischen englischen Reitstil in den folgenden grundlegenden Punkten

-         sie sind langsamer

-         Bei den Westerngangarten bleiben die Füße des Pferdes näher am Boden. Hochausgreifende Gänge wären nämlich für Reiter und Pferd über längere Strecken zu anstrengend.

-         Ein Westernpferd geht fast nie im Jagdgalopp, dieser wird lediglich für kurze Spurts beim Zusammentreiben von Rindern verwendet.  

Die Unterschiede haben sich aus praktischen Gründen herausgebildet. Die amerikanischen Cowboys verbrachten früher Stunden, ja ganze Tage im Sattel, so dass sie auf ruhige, weiche Bewegungen des Pferdes angewiesen waren. In Verbindung mit den langen Steigbügeln konnten sie auf diese Weise in allen Gangarten bequem und aufrecht im Sattel sitzen.

Schritt

Ein Westernpferd sollte frisch und lebhaft, ohne Anzeichen von Faulheit dahin schreiten. Die Hilfen zum Anreiten im Schritt bestehen aus einem gleichmäßigen Schenkeldruck auf beiden Seiten und dem Nachgeben der Zügelhand. Um das Pferd in einem zügigen Schritt zu halten, wird abwechselnd mit den Schenkel getrieben. Wenn das rechte Vorderbein zurückkommt, erfolgt der Druck mit dem rechten Schenkel und beim Zurückkommen des linken Vorderbeins entsprechend mit dem linken Schenkel. Die Zügelhand gibt den Kopfbewegungen im Schritt nach.

Trab

Der Westerntrab, im Fachjargon „Jog“ genannt, ist ein langsamer Trab, den das Pferd auch über größere Entfernungen durchhält. Man bleibt wie beim Arbeitstrab im Sattel sitzen und fängt die Stoßbewegung mit dem Rücken auf. Zum Antraben schließt man die Schenkel mit etwas stärkerem Druck als beim Anreiten im Schritt. Sobald das Pferd angetrabt ist, darf der Druck nur noch dann erfolgen, wenn das Pferd langsamer wird oder in den Schritt fällt. Die Körperbewegung des Pferdes ist beim Westerntrab kaum spürbar, die Zügelhand bleibt daher ruhig stehen. Auch wenn das Pferd seine Füße beim Jog nicht sonderlich hoch vom Boden abhebt, dürfen sie keinesfalls nachgezogen werden. Der Jog ist keine schlurfende Gangart, das Pferd sollte auch hier schwungvoll Untertreten.

Vom Schritt zum Trab 

 1.    Bevor man die Hilfe zum trab gibt, muss das Pferd zunächst in einem schwungvollen Schritt aufmerksam vorwärts schreiten. Der abwechselnde leichte Schenkeldruck sorgt für einen gleichmäßigen Schritt, die Hand hat leicht Kontakt zum Pferdemaul.
 2.    Die Trabhilfe besteht aus einem kurzen Andrücken beider Schenkel und Nachgeben der Zügelhand. Man lehnt den Oberkörper leicht nach vorne, damit man beim Antraben nicht hinter die Bewegung kommt. Das Pferd ist aufmerksam und reagiert gelassen auf die Hilfen des Reiters.
 

3.    Fällt das Pferd in den Trab, hat der Schenkeldruck nachzulassen. Man setzt sich tief und bequem in den Sattel und mit geschmeidigem Rücken die Trabbewegung des Pferdes auf. So vermeidet man, im Sattel umher geworfen zu werden.

Der Galopp

Der Westerngalopp, in Amerikanischen "Lope" genannt, ist wie der Arbeitsgalopp eine Dreitaktbewegung. Er ist jedoch langsamer und daher für Reiter und Pferd wesentlich angenehmer und bequemer. Ebenso wie beim Arbeitsgalopp ist auch im Westerngalopp ein Vorderbein das jeweils führend. In der Reithalle oder im Viereck wird wie bei der englischen Reitlehre im Innengalopp geritten, damit das Pferd auch in den Biegungen nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Die Hilfen zum Westerngalopp sind dieselben wie die klassischen Galopphilfen. Zum Verlangsamen oder zum Übergang in eine andere Gangart erfolgt ein leichter, gleichmäßiger Schenkeldruck und ein kurzes Aufnehmen der Zügel. Man darf nicht den Fehler machen und an den Zügel zerren. Reagiert das Pferd nicht sofort, wiederholt man die Hilfen. Übergänge leicht und flüssig reiten.

  

 

 

Zügelführung

Alle Gangarten werden mit weniger Kontakt zum Pferdemaul und längeren Zügeln geritten als bei der klassischen englischen Reitweise. Das Westernpferd hat damit mehr Bewegungsfreiheit in Kopf und Hals, die es zum Halten des Gleichgewichtes  bei der Arbeit mit Rindern oder auf unebenem Gelände auch benötigt. Doch auch wenn der Kontakt zum Pferdemaul nur leicht ist, er ist immer vorhanden. Entsprechend ist das Westernpferd nicht so sehr versammelt wie ein Dressurpferd, muss aber dennoch mit der Hinterhand gut Untertreten, um den nötigen Schwung zu erlangen. Westernanfänger, besonders solche, die zuvor nur englisch geritten sind, haben gerade in dieser losen Zügelführung ihre größten Schwierigkeiten., da sie das Gefühl haben, ihr Pferd mit den langen Zügeln nicht unter Kontrolle zu haben. Mit der Zeit wird man aber feststellen dass das Pferd bei korrekter Hilfengebung sehr wohl reagiert. Westernreiten hilft daher, die große Gefahr zu vermeiden, dass man sich beim Reiten zu sehr an den Zügeln festklammert. Es führt zu einem bessern Gleichgewicht im Sattel. Dies ist auch für die klassische Dressur sehr nützlich.

Einhändige Zügelführung

Junge Pferde werden am Anfang gewöhnlich mit beidhändiger Zügelführung zugeritten. Erst später lernt das Pferd das so genannte „Neck Reining“, die einhändige Zügelführung, zu reagieren. Dabei zieht der Reiter die Zügel über den Hals des Pferdes in die gewünschte Richtung. Das Pferd wird dabei nicht mehr in die Wendung geführt, wie es bei der zweihändigen Zügelführung der Fall ist, sondern es „weicht“ dem Zügeldruck auf dem Hals aus. Die einhändige Zügelführung ermöglichte den Cowboys seinerzeit, eine Hand für das Lasso frei zu haben. Bis heute fangen die Viehhirten auf diese Weise Rinder ein. In Show und Westernprüfungen ist daher immer die einhändige Zügelführung vorgeschrieben.

  

 

Die Ausbildung des Pferdes

Das junge Pferd lernt die einhändige Zügelführung anhand einer Kombination aus einhändiger und zweihändiger Zügelführung. Zu einer Linkswendung zieht man leicht am linken Zügel und führt gleichzeitig den rechten Zügel über den Pferdehals nach links. Hat das Pferd erst einmal den Druck des Zügels am Hals als Zeichen für eine Wendung erkannt, kann nach und nach auf die zusätzliche „englische“ Hilfe verzichtet werden. Gleichzeitig zur Zügelhilfe müssen die korrekten Schenkelhilfen erfolgen. In einer Linkswendung wird das Pferd daher um den inneren (linken), am Gurt liegenden Schenkel gebogen, währende der äußere (rechte) Schenkel ein Ausweichen der Hinterhand vermeidet.

 

Die Handbewegung

Ein Westernanfänger sollte die einhändige Zügelführung von Grund auf und von Anfang an korrekt lernen, denn unklare Anweisungen verwirren das Pferd. Bei einer Linkswendung zieht die Zügelhand, Bei Rechtshändern ist dies immer die rechte Hand, beide Zügel ein Stück nach links, wobei die Hand stets auf der gleichen Ebene bleibt. Zieht man die Zügel zu weit nach links, entsteht zu viel Zug am rechten Zügel. Die Folge ist, dass das Pferd nach rechts gestellt wird, genau in die entgegen gesetzte Richtung, die der Reiter beabsichtigt. Die Zügelhilfen müssen daher weich und fließend erfolgen. Das Pferd darf nicht am Zügel herum gerissen werden, da es sonst den Kopf hoch wirft und versucht, sich aus der unangenehmen Situation zu befreien. Kopf und Schulterpartie des Reiters bleiben stet gerade. Wer der Handbewegung mit der Schulter folgt, verdreht den Körper und bringt das Pferd aus dem Gleichgewicht. Die einhändige Zügelführung lässt sich gut auf dem Dressurviereck mit Zirkel, Wendungen und Schlangenlinien üben, oder auch im freien Gelände, rings um Büsche und Bäume herum.

Fehler

 

Nicht in der Wendung mit der Schulter mitgehen. Ein verdrehter Oberkörper kann das Pferd leicht aus dem Gleichgewicht bringen.

 

Nicht das Pferd an den Zügeln herumreißen. Dies führt nur dazu, dass es den Kopf nach oben wirft, um dem Schmerz auszuweichen.

 Nicht die Hand zu weit über den Pferdehals ziehen. Dadurch wird das Pferd genau in die entgegen gesetzte Richtung geführt

Rückwärts gehen

Ein Pferd geht gewöhnlich ungern rückwärts. Westernpferde müssen dies Fähigkeit aber aus zwei Gründen erlernen: Beim Einfangen von Rindern muss das Pferd dafür sorgen, dass das Lasso gespannt bleibt, während der Reiter absteigt und auf das Rind zugeht. Außerdem muss das Pferd rückwärts gehen, wenn der Weg nach vorne versperrt und für eine Wendung zu eng ist. Das kommt in unwegsamem, bergigem Gelände nicht selten vor. Vor der Rückwärtsrichten das Pferd gerade und versammelt stellen. Das Rückwärtsrichten sollte in gerader Linie erfolgen. Das Pferd ist dabei durch das Genick gebogen und hält das Maul geschlossen. Die Bewegung sollte langsam und gleichmäßig ausgeführt werden. Ein Pferd, das mit hochgerissenem Kopf nach hinten „rennt“ weicht lediglich den Hilfen des Reiters aus.

Die Hilfengebung

Das Rückwärtsrichten erfolgt aus einem versammelten Halten heraus. Bei beidseitigem Schenkeldruck nimmt man die Zügel auf und übt einen leichten Zug aus. Sobald das Pferd erkennt, das es sich in Bewegung setzten soll, durch die Hand aber am Vorwärtstreten gehindert wird, muss es nach hinten treten. Sobald es reagiert Zügeldruck nachlassen und loben. Mit der Zeit die Zahl der Rückwärtstritte erhöhen. Dabei erfolgt die Zügelhilfe im steten Wechsel von Aufnehmen und Nachgeben. Das Rückwärtsrichten sollte in schnurgerader Linie erfolgen Bei Westernprüfungen gibt es für Abweichungen Strafpunkte. Weicht das Pferd mit der Hinterhand seitlich aus, muss sofort der Schenkel entgegenwirken. Weicht das Pferd hingegen mit der Vorhand aus, erfolgt die Korrektur mit den Zügeln. Nach jedem Rückwärtsrichten, das Pferd mindestens 2 Schritte vorwärts gehen lassen, um sicher zu gehen, das das Pferd auf die Hilfen reagiert.

 1.    Im versammelten Halt erfolgt ein leichter Schenkeldruck, um das Pferd aufmerksam zu machen. Danach übt man vorsichtig mit Schenkel und Zügel einen gleichmäßigen Druck aus.
 2.    Das Pferd tritt rückwärts, wenn es verstanden hat, dass es sich bewegen soll, aber nicht vorwärts. Nicht kontinuierlich an den Zügeln ziehen, sondern abwechselnd aufnehmen und nachgeben.
 3.    Das Pferd muss in gerader Linie, geschmeidig und durch das Genick gebogen, rückwärts gehen. Es soll gleichmäßig und rhythmisch treten. Seitlich ausgelegte Stangen sind eine nützliche Hilfe.

 

Wendungen reiten

Schwierige Lektionen wie „pivot“ und rollback“ (englisch für Kehrtwendung und Hinterhandwendung auf der Hinterhand aus dem Stand beziehungsweise aus Trab und Galopp) sind für ein gutes Westernpferd unerlässlich. Der „spin“ (die Westenvariante der Pirouette) und der „sliding Stopp“ (rutschender Halt) wurden hingegen nur für Showvorführungen entwickelt.

Wendig und flink

Westernpferde müssen geschickt und flink sein, um eine Herde Rinder unter Kontrolle zu halten. Wenn der Cowboy ein Tier aus der Herde aussondert, braucht er ein schnelles, wendiges Pferd, das dem Rind in jeder Bewegung folgen kann. Diese komplizierten Bewegungsabläufe müssen dem Pferd Schritt für Schritt und mit sehr viel Geduld beigebracht werden. Bei der Schulung in den verschiedenen Gangarten lernen die Pferde immer, sich vom Schenkel- oder Zügeldruck wegzubewegen. Für die fortgeschrittenen Lektionen muss das Pferd eine gute Grundausbildung haben, also in allen Gangarten in großen und kleinen Zirkeln gehen, Galoppwechsel beherrschen und auf dem richtigen Fuß galoppieren können. Eine Vorraussetzung ist dafür der Untergrund. Auf rutschigem Boden wird kein Pferd vertrauensvoll zu einer 360°Drehung ansetzten.

Schnelle Wendungen

„Pivots“, „rollback“ und „spins“ sind enge, schnelle Wendungen. Die Hilfen sind im Prinzip die gleichen wie für eine normale Wendung. Das Pferd muss dabei mit der Hinterhand gut unter den Schwerpunkt treten.

Eine Rechtskehre aus dem Stand („pivot“)

Das „pivot“ ist eine 180° Wendung und wird aus dem Stand ausgeführt. Zum lernen empfiehlt es sich jedoch, zuerst aus dem Schritt, dann aus dem Stand zu arbeiten. Für eine Linkskehre bringt man das Pferd zunächst zum Stehen. Man verschiebt das Gewicht leicht nach links auf den linken Gesäßknochen, lässt den linken Schenkel als Unterstützung am Gurt liegen und treibt das Pferd mit dem rechten hinter dem Gurt liegenden Schenkel um die Hinterhand herum. Der linke Zügel gibt die Führung, der rechte kann als „Halshilfe“ verwendet werden und verhindert ein Ausfallen nach vorne. Ziel ist es, das Pferd so auszubilden, das es vorwiegend auf Gewichts- und Schenkelhilfen reagiert. Mit der Zeit kann immer mehr auf die direkte (englische) Zügelhilfe verzichtet werde.

 1.    Der pivot ist eine Wendung auf der Hinterhand. Für eine Wendung nach rechts bringt man das Pferd zum Stehen und verlagert sein Gewicht auf den rechten Sitzknochen.
 2.    Der rechte Schenkel liegt unterstützend am Gurt, während der linke, hinter dem Gurt liegenden Schenkel, das Pferd um die Hinterhand herumtreibt.
 3.    Mit dem Rechten Zügel führt man den Kopf nach rechts und verwendet den linken Zügel gleichzeitig als „Halshilfe“. Später wird der linke Zügel in Verbindung mit Schenkel – und Gewichtshilfen genügen.

Der „rollback“ wird wie der „pivot“ geritten, jedoch aus dem Bewegungsfluss heraus. Das Pferd hält zu Kehre nicht an, sondern wendet aus dem Trab oder Galopp heraus, um anschließend in die Entgegengesetzte Richtung weiterzutraben oder – galoppieren. In der Übungsphase bereitet man das Pferd mit einer halben Parade auf die Lektion vor.

 
Der Rollback

Der spektakuläre „spin“

Der „spin“, eine 360° Wendung, kommt im Alltag der Hirtenpferdes kaum zum Einsatz und wird lediglich bei Showvorführungen und Rodeos als Attraktion für das Publikum gezeigt. Die Drehung kann in allen Gangarten ausgeführt werden. Dabei bewegt sich immer die Vorhand und die Hinterhand herum. Der „spin“  ist sozusagen die Westernvariante der Dressurpirouette.

 

 
Der Spin

„Fast-“ und „sliding stopp“

Beim Westernreiten gibt es zwei Arten des Haltens: den „Fast stop“ (schneller Halt), der zum Rinderhüten dient und den „sliding stop“ (rutschender Halt), der bei Showprüfungen gezeigt wird. Beide Lektionen erfordern sorgfältiges Training. Der „fast Stopp“ wird eingesetzt, wenn der Cowboy ein Rind eingefangen und das Lasso um das Sattelhorn gewickelt hat. Das Pferd muss in wenigen Schritten zum Stehen kommen und das Seil gespannt halten, während der Cowboy absteigt und das Rind vom Boden aus bändigt. Der „sliding stop“ hingegen wird nur als spektakuläre Einlage bei Showveranstaltungen geboten. Aus dem wilden Galopp heraus stemmt das Pferd allein durch Gewichtsverlagerung, Kreutzanspannen und Zuruf des Reiters seine Hinterbeine in den Boden und rutscht in den Halt. Bei gut ausgebildeten Pferden ist hier fast keine Zügelhilfe mehr nötig. Für diese Art des Haltens muss das Pferd locker und gelöst sein. Wirft es den Kopf hoch, ist es nicht im Gleichgewicht und fühlt sich nicht wohl.

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