Die erste Reitstunde

Die erste Reitstunde

Wer gut vorbereitet in die erste geht und sich schon vorab mit ein paar wichtigen Punkten vertraut gemach hat, dem wird das Reiten gleich von Anfang an richtig Spaß machen.

Die erste Frage ist, wo und bei wem man Unterricht nehmen will.

Auswahl einer Reitschule

Es gibt Pferdefreunde, die gut reiten können, doch nicht jeder hat die Fähigkeit, sein Können weiter zu geben. Wenn du fest entschlossen bist, reiten zu lernen, empfiehlt es sich deshalb, eine Reitschule und einen Reitlehrer in deiner Nähe zu suchen. Am besten ist es natürlich, wenn du Freunde oder Bekannte hast, die selbst viel reiten oder Reitunterricht nehmen. Sie können dir sicher eine gute Reitschule für Anfänger empfehlen.

Namen und Adressen landesweit anerkannten Schulen kann man auch über das Telefonbuch oder bei Reitvereinen und Verbänden erfahren. Um die richtige Wahl zu treffen, sollten sie die in Frage kommenden Reitschulen aufsuchen und sie dir genau Anschauen. Wenn du deine Wahl getroffen hast, ist es ratsam, gleich eine Reitstunde zu nehmen, wobei 30 Minuten für den Anfang völlig ausreichen.

Welche Kleidung

Für die erste Reitsunde ist keine spezielle, teure Ausstattung erforderlich. Ein paar normale Jeans und ein bequemes Oberteil reichen zunächst aus. Wichtig dagegen sind feste Schuhe mit rillen losen Sohlen und niedrigem Absatz sowie eine Reitkappe, ohne die man nie reiten sollte. Diese kann im Normalfall bei der Reitschule ausgeliehen werden.

Gut vorbereitet

Sicher hast du schon viel über Reiten und Pferdepflege gelesen und kennst dich gut in der „Reitersprache“ aus. Solltest du aber nur wenig vertraut sein mit deinem neuen Sport, dann ist jetzt die richtige Zeit, sich schlau zu machen. Es hilft auch viel, wenn man schon einiges über den Körperbau des Pferdes weiß oder bei jeder Gelegenheit genau beobachtet, wie Reiter und Pferd sich verhalten. In der Reitschule kannst du schon vor deiner Reitstunde zuschauen.

Zu Anfang wird man dir ein ruhiges, zuverlässiges Pferd geben. Erkundige dich nach seinem Namen und mache dich mit Ihm vertraut, wenn es aus der Box geführt wird. Da es vermutlich bereits gesattelt und gezäumt ist, kannst du dir in ruhe anschauen, wie Trense,  Zügel und andere Teile „ineinander greifen“. Der Sattel ist so geformt, dass man bequem darin sitzen und reiten kann und das Gewicht des Reiters gleichmäßig auf dem Rücken des Pferdes verteilt wird. Die Zügel sind am Gebiss, dem Metallteil, das im Maul ruht, befestigt und dienen dem Anfänger zunächst dazu, das Pferd zum Wenden oder Anhalten zu bewegen.

Aufsitzen

Als erstes wird der Reitlehrer mit dir das richtige Aufsitzen üben. Der Ablauf ist folgender Maßen: Man stellt sich mit der linken Schulter neben die Schulter des Pferdes und hebt den linken Fuß in den Steigbügel. Dabei schaut man in Richtung des Schweifes. Anfänglich wird natürlich der Ausbilder die Zügel halten, damit das Pferd nicht ausbricht. Hättest du sie selbst, sollten sie locker in der linken hand gehalten werden. Mit der anderen hand dreht man dann den Steigbügel nach auswärts und hebt den linken Fuß hinein. Der Bügelriemen kann verlängert werden, wenn der Steigbügel zu hoch hängen sollte. Mit der rechten Hand fast man nach dem hinteren Teil des Sattels und legt das volle Gewicht in den Steigbügel. Dabei ist darauf zu achten, dass dem Pferd nicht Schuh- oder Stiefelspitze in die Rippen getreten wird. Man drückt deshalb das linke Knie fest mit der Kniescheibe an den Sattel. Um ein verrutschen des Sattels zu vermeiden, kann der Ausbilder anfänglich im Augenblick des Aufsteigens auf der anderen Seite den Bügel nach unten drücken. Das rechte Bein wird nun über den Rücken des Pferdes geschwungen, und man setzt sich behutsam in den Sattel und stellt den rechten Fuß in den Steigbügel. Die richtige Bügellänge zum Reiten stellst Du ein, indem Du den Steigbügelriemen von den Fingerspitzen bis zu Achselhöhle am Arm entlang legst. 

 Mit der linken Schulter neben die Schulter des Pferdes stellen und in Richtung Schweif blicken.Zügel locker in der linken Hand halten und eine gute handvoll Mähne halten. Mit der rechten Hand den Steigbügel zu sich heran ziehen und linken Fuß hineinheben.
 

Fehler

Beim Aufsitzen darauf achten, daß das Pferd nicht mit der Schuhspitze getreten wird.

 Mit der rechten Hand nach dem hinteren Teil des Sattels greifen,das Gewicht in den Bügel legen, vom rechten fuß leicht abspringen und dabei den Körper etwas drehen.
 Das rechte Bein über den Rücken des Pferdes schwingen und sanft in den Sattel gleiten. Rechten Fuß in den Steigbügel stecken, eventuell etwas mit der HAnd nachhelfen. 

Fehler

Losgehen und bocken könnte das Pferd auch, wen sein Rücken beim Überschwingen mit dem rechten Bein vom Stiefel gestreift wird.

Fest im Sattel

Es ist sicher ein völlig ungewohntes Gefühl für dich, das erste mal im Sattel zu sitzen. Durch häufiges Reiten allein wird man sich jedoch nicht unbedingt den richtigen Sitz aneignen. Wichtig ist, so aufrecht wie möglich zu sitzen, wobei beide Gesäßknochen fest in der Sattelmitte aufliegen sollten. Der Rücken ist dabei gestreckt, der Kopf aufrecht und der Blick nach vorne gerichtet. Schenkel und Wade liegen seitlich am Pferd an, um das Gewicht in der Balance zu halten und ein Abrutschen zu Verhindern.

Die Fußballen stützen sich in den Bügeln ab, dabei zeigen die Zehen nach oben und die Fersen nach unten. Die Fußspitzen sollten steht’s nach vorne zeigen. Ob dein Sitz korrekt ist, kannst du einfach überprüfen:

Denk dir eine Linie, die von der Mitte deines Kopfes senkrecht nach unten durch deine Schulter und deine Hüfte verläuft und am Absatz endet.

Knickt diese Linie irgendwo ab ist deine Sitzhaltung nicht richtig. Das erste Ziel der Ausbildung ist die Entspannung, die so genannte Losgelassenheit. Im Schritt sitzt man am einfachsten, deshalb beginnt der Ausbilder mit dem Schrittreiten. Man kann sich in Ruhe die Grundregeln des korrekten Sitzes ins Gedächtnis rufen und den Sitz darauf hin überprüfen.

 

Anreiten und Schritt reiten

Wer von Anfang an korrekt im Sattel sitzt, dem wird auch das erste Anreiten und Schritt reiten leicht fallen. Hierbei kommt es vor allem darauf an, die Haltung den Bewegungen des Pferdes anzupassen.

Gleichgewicht

Von der ersten Reitstunde an sollte man sich daran gewöhnen, den Sitz selbst zu kontrollieren. Dazu greift man mit beiden Händen in den Vorderzwiesel und zieht sich tief und fest in den Sattel. Als nächstes überprüft man die Balance. Das Körpergewicht sollte gleichmäßig auf beiden Gesäßknochen verteilt und der Oberkörper aufgerichtet, aber entspannt sein. Die Schultern nehmen die korrekte Haltung ein, sobald man sich aufrichtet. Ein Grund für schlechte Haltung kann in zu kurzen oder ungleich langen Steigbügeln liegen, was man schon beim Aufsitzen überprüft. Auch Blickrichtung und Haltung des Kopfes können dich auch ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Der Blick sollte zwischen den Ohren des Pferdes hindurch gehen, der Kopf sich nie nach unten neigen, da man so viel schneller die Balance verliert. Auf den Boden zu schauen ist eine weit verbreitete Unart, die man sogar noch bei geübten Reitern antrifft.  Beachten sollte man auch noch die Stellung der Beine und Füße. Die Oberschenkel sollten so weit nach innen gedreht sein, dass das Knie flach am Sattel liegt. Unterhalb der Knie sollten nur die Schuh- oder Stiefelspitzen zu sehen sein. Ist dies nicht der Fall, solltest du die Fersen ein wenig absenken und die Zehen anheben, die Knöchel dabei aber nicht verspannen. Die richtige Haltung ist vor allem eine Übungssache.

Führzügel und Longe

Bei einer guten Reitschule werden die ersten Übungsstunden entweder an der Longe oder am Führzügel durchgeführt. „An der Longe“ bedeutet, dass der Reitlehrer das Pferd an einer Leine führt, die an einem Nasenriemen (Dem Kappzaum) eingeklinkt wird. An dieser Longe läuft das Pferd in einem Kreis. Am Führzügel wird das Pferd entweder vom Boden oder von einem Führpferd aus geführt. Gleich nach welcher Methode du auch immer lernst: In deinen ersten Übungsstunden wird das Pferd von einem Lehrer oder einem Helfer geführt, so das du dich ganz auch Gleichgewicht und Haltung konzentrieren kannst.

 
Der Kappzaum

Anreiten zum Schritt

Vor dem Abreiten greift man in den Vorderzwiesel, den vorderen Teil des Sattels,. Oder man hält sich am Vorderzeug fest. Bis du mit dem Schritt reiten vertraut bist, solltest du die Zügel lediglich locker halten. Auch wenn es am Anfang schwer ist, solltest du immer versuchen, so entspannt wie möglich zu sein. Denn, je verkrampfter man ist, um so mehr wird die Unsicherheit auf das Pferd übertragen. Bevor man vom Stand in den Schritt überwechselt. Sollte man nochmals die Haltung kontrollieren: Kopf, Schulter, Hüfte und Fersen sollten eine gerade Linie bilden. Wenn die Haltung stimmt, kippt man auch beim Anreiten weder nach vorne noch nach hinten. Das Pferd wird vom Reiter durch ein zusammen spiel von Schenkel-, Zügel- und Gewichtshilfen geführt. Um anreiten zu können übt man mit beiden Beinen gleichzeitig auf  beiden Seiten druck aus. Wenn das Pferd angetreten ist, sollten die Beine nur noch mit leichtem Druck an den Seiten anliegen, also weder geklemmt, noch abgespreizt.  Konzentriere dich auf eine sichere Haltung und bleibe vor allem entspannt, so wirst du bald genügend Sicherheit gewinnen. Grundsätzlich unterscheidet man folgende drei Gangarten: Schritt, Trab, Galopp. Der Reiter sitzt im Schritt am einfachsten, deshalb beginnt die Sitzschulung mit dem Schritt reiten. Gymnastische Übungen festigen den Sitz und geben Sicherheit.

Gymnastische Übungen

Diese Übungen lassen sich in jeder Lernstufe durchführen. Du verbesserst dadurch dein Gleichgewichtsgefühl und fühlst dich auf dem Pferderücken sicher. Reiten ist anfangs oft recht anstrengend, und schon nach 30 Minuten können die Muskeln anfangen, weh zu tun. Je mehr der Körper an die grundlegenden Reitbewegungen gewöhnt wird, desto weniger wird man sich hinter her steif oder verspannt fühlen.

Tipp: Wer nicht regelmäßig ein Pferd hat, kann auch daheim trainieren:

Mit den Füßen etwa 60 cm auseinander und aufrechtem, unverkrampften Oberkörper die Knie leicht beugen, so als ob du auf einem Pferd sitzen würdest Und schon bist du in der Reiterhaltung.  Die Knie etwas durchfedern- strecken, beugen, strecken. Wenn du dazu die hier gezeigten Armbewegungen durchführst, werden deine Muskeln schon bald viel elastischer sein.

 

 

Kopf drehen

Auf dem stehenden Pferd mit einer Hand oder beiden Händen am Vorderzwiesel festhalten. den Kopf langsam zehnmal so drehen, dass deine Nasenspitze eine "8" beschreibt. Damit entspannst du deine Nackenmuskeln.

 

Arme kreisen

Mit der linken Hand am Vorderzwiesel festhalten und den rechten Arm waagrecht zur Seite strecken. Dann einen großen Kreis beschreiben. 3- 4 mal wiederholen, dann den arm wechseln.

 

 

In die Luft boxen

Eine Hand liegt am Vorderzwiesel, mit der anderen nach allen Seiten in die Luft boxen, um die Schultern und die Rückenmuskeln zu lockern. Mit jedem Arm 6 mal wiederholen.

 

Körper drehen

Beide Arme in Schulterhöhe waagrecht zur Seite strecken. Aus der Taille nach links drehen und beide Arme so weit du kannst nach führen. Diese Übung mit beiden Armen mehrfach wiederholen. Körperdrehungen sind besonders gut für die Balance und machen die Taille gecheidig

 

Nach vorne lehen

Aufrecht sitzten, mit beiden Händen an der Hüfte. Nach vorne lehnen, so weit du es schaffst, ohne zu kippen. Wenn du dich anfangs damit scher tust, halte dich mit einer Hand am Vorderzwiesel fest. Zur Stärkung der Bauchmuskulatur 5 mal wiederholen.

 

Bein anheben (1)

Rechte Hand am Vorderzwiesel. Mit der linken Hand das linke Bein so weit es geht nach hinten anheben. 1-2 sekunden in dieser Stellung festhalten...

 

Bein anheben (2)

... dann das Bein loslassen, ohne dabei hinunter zu schauen. Das Bein soll möglichst natürlich in die Reitposition fallen. Diese Übung sollte man pro Bein 4 - 5 mal durchgeführt werden.

 

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