Die Sicherheitsschürze und ihr Gebrauch

Die Geschichte des Reitrock / der Schürze  

In alten Lehrbüchern findet man häufig hinweise auf die frühere Kleidung im Damensattel, wobei die Damen meist unter dem Reitkleid mehrere Unterröcke tragen mussten. Jeder der schon einmal in einem normalen Rock auf ein Pferd gestiegen ist, weis wie kompliziert das Aufsteigen, das Zurechtzupfen auf dem Pferd und wie unbequem der Sitz ist. Der Stoff wirft überall Falten, besonders unter dem Gesäß der Damen. Für ein paar Minuten bei einem Showauftritt oder der gleichen ist dies kein Problem, doch nach 1-2 Stunden wird die Dame deutlich die Stoffbahnen unter sich spüren. Des Weiteren ist natürlich auch durch die Länge des Rockes die Gefahr recht groß sich damit zu verfangen.

Da verwundert es nicht, das kluge Köpfe anfangs des 20. Jahrhunderts Sicherheitsröcke und etwas später dann auch Schürzen erfanden um die Damen von überflüssigen Stoffen unter Gesäß und rechten Oberschenkel zu befreien. Diese neue Art des Reitschürze (ersatzweise auch des moderneren, sicheren Reitrockes) setzte sich in weniger als einem Jahrzehnt weitgehend durch. In Anbetracht des extremen Traditionsdenkens unserer Urgroßeltern-Generation ein deutlicher Hinweis auf die Erleichterung von Reiterinnen und Ausbildern eine radikale Verbesserung gefunden zu haben. Zu Anfang noch bis zum Pferdebauch reichend haben sich die Sicherheitsreitschürzen nur noch wenig verändert. Allenfalls der Schnitt wurde optimiert. Sinn und Zweck waren aber seit jeher: der rechte Fuß musste diskret bedeckt sein, man durfte weder am Sporen noch im Gestrüpp oder Hindernis hängen bleiben, kein überflüssiger Stoff sollte aufflattern und andere Pferde erschrecken und man sollte immer gepflegt und korrekt aussehen. Gefertigt wurden diese Reitschürzen um einen guten „Fall“ des Stoffes zu erreichen, sowie aufgrund der Wetterfestigkeit die für längere Reitjagden nötig waren, aus schwerstem und qualitativ hochwertigstem Wollstoff! Klassische Farben waren schon immer schwarz, dunkelblau oder dunkelgrau. Modemutige Damen mit Stilgefühl  konnten es sich aber auch schon mal erlauben eine aparte Kombinationmit heller Schürze zu tragen.

Die Sicherheitsschürze

Die modernisierte Form der Reitschürze stammt aus England, wo das Reiten im Damensattel immer verbreiteter war als sonst irgendwo auf der Welt. Der Schürzensaum reicht heute nur noch bis oberhalb des linken Fußknöchels. Der Vorteil ist, dass die Schürze dann die größte Menge an Schlamm, die bei einem Galopp auf schwerem, nassem Boden aufspritzt, nicht abbekommt! Aber Turnierrichter können so auch beurteilen, ob die Reiterin den Absatz hochzieht. Der Saum der Schürze sollte waagerecht sein und die üblichen Farben sind dunkelblau und schwarz. Aus England kommt ebenfalls die Sitte, Schürzen bzw. Kostüme in Tweedstoff zum Ausreiten zu tragen. Diese Kombination sieht man heute auch in Jagdpferdeprüfungen. In Frankreich wird der Saum der Reitschürze heutzutage gerne länger getragen und verläuft nach hinten abfallend. Auch sind die Stoffe weniger schwer. Aber das ist Geschmackssache. (Es ist übrigens historisch belegt, dass die französischen Turnierreiterinnen der 20er und 30er Jahre gerne auf die gepflegter wirkende, englische Variante zurückgriffen). Es scheint übrigens so zu sein, das sich die Sicherheitsreitschürze in Deutschland nur schleppend durchsetzte. Bis zum ersten Weltkrieg herrschten in Deutschland die geschlossenen Röcke vor. Verursacht sicherlich durch den Rückgang der Jagdkultur, die dem Wandel der Gesellschaft folgte und die sportorientierte Reiterei in den Hintergrund drängte. Während die „Hunting Society“ in England ungehindert in ihrer gesellschaftlichen Nische weiter existierte, setzte der Verlust der Monarchie in Deutschland seine Akzente. Schon vor dem ersten Weltkrieg findet man in England eigentlich keine Bilder mehr, die Damen im Reitrock zeigen. Der sportliche Anspruch des verbreiteten Jagdreitens erforderte dieses Zugeständnis an Sicherheit und Bewegungsfreiheit. Die eher sportlichen, meist jüngeren, deutschen Reiterinnen bevorzugten nach dem ersten Weltkrieg dann auch Reitschürzen, während die traditionsbewußteren Damen, besonders die „Promenade- Reiterinnen“ beim komplizierteren Reitrock blieben, sicherlich auch, weil es gewöhnungsbedürftig war, sein in Reithose gewandetes Gesäß beim Auf- und Absitzen zu entblößen. Wer jemals einen solchen Reitrock in Händen hält, der sei darauf hingewiesen, dass die auffällig große Ausbuchtung nicht etwas für das rechte Knie gedacht ist, sondern für die Hörner des Sattels und in der Kniekehle der Reiterin getragen wird. Der Kauf einer guten Sicherheitsreitschürze aus schwerem englischem Wollstoff ist sicherlich eine nicht unerhebliche finanzielle Investition, aber eine solche Schürze hält ein Leben lang und lässt sich immer mit einem Tweedjacket für informelle Anlässe kombinieren. Es mag vielleicht nicht die eleganteste Reitbekleidung sein, aber Falsch angezogen ist man damit nie.

Das Anziehen der Schürze

Das Aufsitzen mit Schürze

 

Die Schürze wird über den Linken arm der Reiterin gelegt. Dann wird wie gewohnt aufgestiegen.Beim Überlegen des Rechten Beines wird die Schlaufe des Rockes unter das Bein der Reiterin gezogen. Dieses Band verhindert das Flattern und Verrutschen der Schürze und wird nun am Knopf befestigt. Danach zupft die Reiterin den Rock zurecht. Und so sollte es dan unter dem Rock aussehen. Das rechte Bein ist nicht zu sehen. Der Absatz - Knöchel des linken Beines ist zu sehen, damit die Richter die korreten hilfen sehen.

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