Der Spanische Damensattel

Der Vaquero- Damensattel

Der Vaquero- Damensattel ist gegenüber dem normalen Vaquerosattel nur unwesentlich verändert. An einem normalen Vaquerosattel sind auf der linken Seite zwei Hörner angebracht, so dass die Frau mit beiden Beinen auf der linken Seite sitzen kann.

 

a) Vorderzwiesel

b) Hinterzwiesel (Concha)

c) Schweifriemen

d) Aufsteighilfe

e) Lammfellüberzug

f) Lederbändchen zur Befestigung des Lammfellüberzuges

g) Manta estribera

h) Steigbügel

i) Sattelgurt

j) Hörner

 

Der Vaquerosattel wird aus gepresstem Stroh hergestellt, das zwischen Leder und Sackleinen in mehreren Rippen eingenäht wird. Normalerweise wird der Sattel ohne Satteldecke direkt auf den Pferderücken gelegt. Der Schweifriemen verhindert ein Verrutschen des Sattels nach vorne. Wahlweise kann auch ein Vorderzeug verwendet werden. Vorder- und Hinterzwiesel sind entweder aus Metall oder Holz, der Rest des Sattels ist flexibel und passt sich jedem Pferderücken optimal an. Der Sattelgurt ist ca. 1,70 m lang und verläuft zwischen Sattelkörper und Lammfellbezug rund ums Pferd. Eine Seite des Gurtes endet in einem Ring. Das andere Ende des Gurtes ist etwas schmaler und wird durch den Ring gezogen und mittels einer Schnalle fixiert. Außerdem gibt es noch den Balanciergurt, wie beim normalen englischen Damensattel auch. Der Vorderzwiesel des Sattels ist schmal und erinnert mit etwas Phantasie an das Horn eines Westernsattels. Der Hinterzwiesel wird aufgrund seiner konzentrischen Verzierungen im Spanischen Concha (= Muschel) genannt. Er ist hochgezogen und verleiht dem Sitz des Reiters Festigkeit bei den rasanten Sprints, schnellen Wendungen und plötzlichen Stopps des Pferdes bei der Doma Vaquera. An beiden Seiten des Sattels befinden sich Schnallen für die Steigbügelriemen. Das Pferd kann also trotz der Hörner auch normal im Spreizsitz reiten. Die Steigbügelriemen des Vaquerosattels sind ca. 1,70 m lang und werden dreimal übergeschlagen, bevor sie an den Schnallen befestigt werden. Das Verstellen der Bügellänge vom Sattel aus gestaltet sich dann als sehr schwierig. Die traditionellen Vaquerosteigbügel sind Kastensteigbügel aus Eisen, in denen der ganze Fuß des Reiters Halt und Schutz findet. Sie schützen im Falle eines Sturzes den Fuß des Reiters vor Knochenbrüchen oder vor dem Hornstoß eines Rindes. Wir benutzen diese Kastensteigbügel sind. Beim Aufsteigen mit solchen Bügeln muss man sehr vorsichtig sein, damit das Pferd nicht ungewollt die scharfen Kanten/Ecken des Steigbügels zu spüren bekommt. Auch beim Reiten muss das Bein des Reiters ruhig liegen, sonst bekommt das Pferd mit der Ecke des Steigbügels (vergleichbar mit Sporen) immer einen Stoss. Der Lammfellüberzug wird durch Lederbändchen mit dem Sattelkörper verbunden.

Vorder- und Hinterzwiesel werden vom Fell ausgespart. Im hinteren Bereich des Vaquerosattels befindet sich eine Aufsteighilfe, an der sich der Reiter in die Höhe ziehen kann. Früher handelte es sich hier um einen gewickelten Ersatzzügel. Heute ist es bei den meisten Vaquerosätteln lediglich ein kurzes geflochtenes Lederband. Ein weiterer, typischer Bestandteil des Vaquerosattels ist die Manta estribera, der gestreifte Umhang, der gefaltet über dem Vorderzwiesel liegt. Die Fransen reichen bis zu den Steigbügeln herab. Früher diente es dem Vaquero als Sitzgelegenheit oder Witterungsschutz. Heute verwendet man ein doppelt gefaltetes schmales Band, was mit der ursprünglichen Manta (dem Umhang) nichts mehr zu tun hat. Sie ist nur noch ein stilistisches Zubehör. Die beiden Hörner bei meinem Sattel sind mit Lammfell überzogen und abschraubbar, d.h. der Sattel kann auch als normaler Vaquerosattel genutzt werden. Es gibt aber auch Sättel mit Hörnern aus Leder, die nicht abnehmbar sind.

 

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